29.09.2010
Berichte und Informationen
Vorschau FachPack 2007
ADR 2007, Stapelung von Versandstücken
Neufassung der GGVSE
Ringversuchsprogramm der BAM zur Prüfung der gefährlichen Eigenschaften von Gefahrgütern und -stoffen
Schadstoffregister beim BMU
Gefahrgutstammtisch Dresden zu Gast bei der Pirnaer Feuerwehr (2006)
Chemie ganz nah (2006)
100. Dresdner Gefahrgutstammtisch (2006)
Exkursion von WGGT- und BDVI-Mitgliedern nach Darmstadt (2005)
Neues für den Gefahrgutverpacker auf der Nürnberger Messe
von unserem Vorstandsmitglieds Dr. Monika Kaßmann

Die diesjährige Fachmesse der Verpackungsbranche findet vom 25. bis 27. September wieder im Messezentrum Nürnberg statt - im Verbund mit PrintPack und LogIntern. Das erfolgsverwöhnte Trio rund ums Verpacken glänzte im vergangenen Jahr mit zweistelligen Zuwachsraten und wird 2007 mit bisher gemeldeten 1.300 Ausstellern und mehr als 33.000 Fachbesuchern weiter expandieren. Neben der breiten Palette unterschiedlicher Packmittel und Maschinen werden von den Messeschwestern drucktechnische Neuheiten und Interne Logistik angeboten. Neu ist in diesem Jahr außerdem die Sonderschau "Packung und Transport", bei der auch für den Gefahrgutexperten interessante Lösungen zu erwarten sind.
Bei den Packmittelherstellern sind Neuheiten am Stand der CurTec GmbH (Halle 6 Stand 410) zu erwarten: so die hochwertigen kleinvolumigen Verpackungen "Packo" mit 300, 500, 650, 1000 und 1300 ml Inhalt, die mit Deckel und Innendeckel konzipiert wurden und für Gefahrgut zugelassen sind. Der Innendeckel schützt den Inhalt nach dem Öffnen des Behälters und ist ein sicherheitsrelevanter Bestandteil des wasserdichten Verschlusses. Wird ein Innendeckel jedoch nicht gewünscht, oder es ist unbequem für den Anwender, mehr als zwei Verpackungskomponenten zu verwenden, bietet CurTec die Lösung mit einem neu entwickelten 2-Komponenten-Deckel, der die Wasserdichtheit der Kombination mit Innendeckel-Deckel bietet und darüber hinaus einfach und schnell zu verarbeiten ist. Es werden anstelle von 3 nur noch 2 Teile ver-wendet, und der Behälter ist genauso wasserdicht wie die klassische Ausführung. Der 2-Komponenten-Deckel ist in acht Farben lieferbar.
Weiterhin stellt CurTec die neue UN-zertifizierte Industrieverpackung Kiuso in der 20- und 30-Liter-Ausführung mit einem einfachen Verschlussprinzip vor. Das Verschließen erfolgt durch Druck auf den Deckel, und mit einer halben Drehung ist Kiuso wieder zu öffnen. Durch das Aufdrücken lässt sich der Behälter beim Abfüllen mit relativ hoher Geschwindigkeit verarbeiten. Der Deckel ist mit einem Abreißring versehen, der den Inhalt originalitätssicher verschließt. Der Verschluss ist wasserdicht, Flüssigkeiten können nicht austreten, und bei der Verpackung von hygroskopischen Stoffen kann kein Wasserdampf eindringen. Durch die Wahl des Kunststoffes ist Kiuso als Verpackung für eine Vielzahl von Chemikalien einsetzbar.
In Halle 7 (Stand 160) wartet ZARGES mit neuen Clip-On Rollen für seine Alu-Kisten und -Boxen auf. Die neu entwickelten praktischen Vollgummi-Räder mit einem Durchmesser von 100 Millimetern lassen sich ohne Werkzeug montieren und gewährleisten den bequemen und sicheren Transport der Kisten. Die Rollen gibt es als starre Bockrollen und auch als Lenkrollen, die an die Universalkisten K 470 und K 450, an die Eurobox, ZARGES Box sowie an den Transportkasten K 270 passen.

Für Eimer und Hobbocks mit UN Zulassungen der Verpackungsgruppe II bietet die HUBER Packaging Group (Halle 4 Stand 541) das Verschließsystem TOP Expand â an, das Spannringgebinde im Volumen von 6 - 30 Litern vollautomatisch verschließt. Diese Verschließautomaten gibt es entweder mit einem Verschließkopf für den gewünschten einzelnen Durchmesser 230, 280 oder 328 mm oder als Kombiautomaten für die Gebindegrößen 230 und 328 mm.

Der Behälterspezialist SSI Schäfer (Halle 4A Stand 237) hat die erfolgreiche Serie der Euro-Fix-Behälter um einen Behälter mit Gefahrgutzulassung erweitert. Den "EF 6280" aus Polypropylen gibt es auch in der Sonderausstattung als Gefahrgutbehälter. Zum einen ist der Spezialbehälter für die Beförderung von Chemikalien, Farben und Spraydosen geeignet, zum anderen ist er als Mehrwegbehälter für Trays und Airbags verwendbar. Der Euro-Fix EF 6280 ist in den Außenmaßen 600 x 400 x 285 mm erhältlich und für 31 kg ausgelegt. Verschlossen wird der Behälter durch einen Stülpdeckel. Für den notwendigen, rutschsicheren Schutz beim Transport der Ware sorgen Gurtbänder und am Behälter montierte Klemmschlösser mit Spanngurthaken, die den Stülpdeckel fest arretieren und unverrückbar machen. Der Gefahrgut-EF ist resistent gegen die meisten Chemikalien und temperaturbeständig von -20° bis +100° Celsius.

Eine Reihe von gefährlichen Produkten, die auch im Haushalt verwendet werden, sollten in kindersicheren Verpackungen auf den Markt gebracht werden. Eine neue kindersichere Gefahrgutverpackung aus Wellpappe hat erstmals die STI Gustav Stabernack GmbH (Halle 5 Stand 111) für das Produkt Calgonit Professional, einen Geschirrspülreiniger, entwickelt. Die quaderförmige Verpackung ist so verschlossen, dass sie nur durch die gleichzeitige Betätigung von vier Druckpunkten am Deckel geöffnet werden kann. Beim Wiederverschließen rastet der Deckel durch Aufdrücken automatisch und hörbar ein.

Auch die Branche der Packhilfsmittel wartet mit Neuheiten auf. Neuartige hitze- und chemikalienbeständige Stahl-Keramik-Verbundetiketten mit der Bezeichnung Ceralabel LSL hat die inotec BarcodeSecurity GmbH (Halle 4A Stand 619) entwickelt. Das Grundmaterial besteht aus rostfreiem Stahl. Form und Größe können beliebig gewählt werden, die Dicke variiert von 0,2 bis 1,0 mm. Das Grundmaterial wird mit einer weißen Keramikschicht belegt, worauf eine schwarze hitzebeständige Schicht gedruckt wird. Die erforderlichen Informationen werden mittels Laser eingraviert, wodurch die weiße Keramikschicht wieder sichtbar wird. Das kann auch vor Ort der Anwender selbst vornehmen, was bei anderen hitzebeständigen Etiketten nicht der Fall ist. Die Hitzebeständigkeit besteht bei max. 1000°C für mindestens drei Stunden.

Ebenfalls langlebig und robust sind die In-mould-Transponderetiketten aus Polyolefin, die der Mehrwegspezialist bekuplast (Halle 7 Stand 348) gemeinsam mit inotec vorstellt und die auch in der Gefahrgutbranche Verwendung finden werden. Die lesbaren Informationen werden im Digitaldruck aufgebracht, mit einem widerstandsfähigen Schutzlack überzogen, der nicht nur vor mechanischen Beschädigungen schützt, sondern auch vor UV-Strahlen und Chemikalien. Die RFID-Antenne wird in das Etikett eingebracht, dann wird das Etikett im In-mould-Verfahren bündig mit der Behälteroberfläche verbunden, wodurch eine hohe Haltbarkeit gewährleistet ist.

Ein weiteres Highlight der Kennzeichnungstechnik ist die Prägung von Metallverpackungen mit Braille-Schrift. Die Blindenschrift wird von der Pirlo GmbH (Halle 5 Stand 128) vollautomatisch nach Kundenwunsch auf den Rumpf der Metallverpackung geprägt. Darüber hinaus bietet Pirlo die neue Generation des Verschließsystems TAC für Standardgebinde mit automatischer Splintsicherung an. (Abbildung Pirlo gesondert gespeichert)

Eine Bonfire-Gasfeder für Gefahrgutbehälter bietet die Stabilus GmbH (Halle 4A Stand 406) an. Sie gewährleistet als Sicherheitsfunktion das selbstständige Entgasen von Gefahrgutpackungen im Brandfall.

Auch für die Gefahrgutbranche sind Transportpaletten aus Styropor eine effiziente Alternative zur Bildung von Ladeeinheiten, die vor allem beim Lufttransport Kosten sparen hilft. Die Logis AG (Halle 7 Stand 504) und die Beck+Heun GmbH stellen gemeinsam drei Modelle der Styroporpalette als Einwegpaletten im Euro-Maß 800 x 1200 mm und 2,5 kg bis 5 kg Eigengewicht vor. Um den erhöhten Anforderungen an Stabilität und Haltbarkeit der Paletten im Mehrwegsystem Rechnung zu tragen, wird derzeit eine neue Modellreihe von Mehrweg-Styroporpaletten entwickelt und ebenfalls am Stand präsentiert.

Für die Organisation, Durchführung und Optimierung der Material- und Informationsflüsse, die vor allem in der Gefahrgutbranche nicht unterschätzt werden sollten, bietet die Rodata GmbH (Halle 4A Stand 446) unter anderem das robuste Fahrzeugterminal CV30 an, das Leistungsstärke und kompaktes Design in sich vereint. Um die Hälfte kleiner als die meisten, ermöglicht es trotzdem ein sicheres Arbeiten. Auch das Handterminal der gleichen Firma CK32-IS mit Ex-Schutz ist ein Beweis dafür, dass selbst in hochsensiblen Gefahrgutlagern der Datenkommunikation keine Grenzen gesetzt sind. Alle Komponenten des Gerätes sind für den Einsatz in schwieriger Umgebung ausgelegt und für den europäischen Markt nach ATEX Zone 1 zertifiziert. Eine Zusatzausrüstung mit Barcode-Lesegerät ist vorgesehen.
ADR 2007, Stapelung von Versandstücken
Aktennotiz unseres Vorstandsmitglieds Dr. Monika Kaßmann

Im neuen ADR gibt es eine Aussage, dass die Stapelung von Versandstücken grundsätzlich nur erlaubt ist, wenn der "Nachweis der Stapelfähigkeit" erbracht wird. Ich habe zwecks Eindeutigkeit dieser Aussage bei der BAM Berlin, Verpackungsprüfstelle, angefragt und folgende Antwort erhalten:
"Zur Zeit interpretieren wir 7.5.7.2. wie folgt:
Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass alle Gefahrgutverpackungen ihre Stapelfähigkeit nachgewiesen haben und folglich auch gestapelt werden dürfen (Ausnahmen Kombi-Verpackungen mit ADR/RID-Kennzeichnung, ADR 6.1.5.6).
Ohne Prüfnachweis gelten u.E. auch Säcke als stapelbar. Bei IBC sind u. E. alle IBC stapelbar, es sein denn, es ist eine Stapelprüflast 0 angegeben.
Bei dieser Ausgangslage sollte erwogen werden, mittelfristig die Formulierung von 7.5.7.2 umzudrehen: Versandstücke sind stapelbar, es sei denn..."
Dresden, Januar 2007
Neufassung der GGVSE und 3. GGVSEÄndV

Die Bekanntmachung der Neufassung GGVSE und der 3. GGVSEÄndV
erfolgte im BGBl. Teil I Nr. 55 vom 06.12.06.
Sie wurden außerdem als Nur-Lese-PDF-Dateien vom Bundesgesetzblatt veröffentlicht.

Sie können diese Dateien hier abrufen.
GGVSE
GGVSEÄndV

Originalquelle ist die Evidenzzentrale beim Bundesanzeiger,
dort finden Sie diese Dokumente unter www.frei.bundesanzeiger.de
Ringversuchsprogramm der BAM
zur Prüfung der gefährlichen Eigenschaften von Gefahrgütern und -stoffen


Chemieunfälle vermeiden durch richtige Prüfergebnisse! Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) startet Ringversuchsprogramm zur Prüfung der gefährlichen Eigenschaften von Gefahrgütern und -stoffen
Explosion auf einem Frachter, Brand in einem Chemiewerk...die Ursachen hierfür können vielfältig sein. Das Vermeiden von Unfällen beginnt mit der Prüfung der gefährlichen Eigenschaften der Chemikalien im Labor, wofür spezielle standardisierte Prüfverfahren entwickelt wurden und weltweit im Einsatz sind. Auf die hiermit gewonnenen Prüfergebnisse müssen sich die Sicherheitsfachleute 100%ig verlassen können. Deshalb führt das jeweilige Prüflabor umfangreiche Maßnahmen zur Qual itätssicherung durch. Die Teilnahme der Laboratorien an Ringversuchen ist hierbei ein entscheidendes Element der Qual itätssicherung und wird als solches in DIN EN ISO/IEC 17025 ausdrücklich empfohlen.

Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) startet jetzt mit einem neuen Ringversuchsprogramm auf dem Gebiet der Prüfung der gefährlichen Eigenschaften von Gefahrgütern und -stoffen. Die Ringversuche für Prüfmethoden zur Bewertung der Explosionsgefährlichkeit, der Entzündlichkeit, der brandfördernden Eigenschaften und des Korrosionsverhaltens sollen regelmäßig und mit weltweiter Beteiligung durchgeführt werden. Genaue Informationen zu den Methoden finden sich in ”United Nations Recommendations on the Transport of Dangerous Goods, Manual of Tests and Criteria, Fourth revised edition, 2003”. Die Prüfmethoden nach dem europäischen Chemikalienrecht gemäß "Annex of Commission Directive 92/69/EEC" können im Internet herunter geladen werden (siehe http://ecb.jrc.it/testing-methods/ ).

Angekündigt ist jetzt der erste BAM-Ringversuch zum UN-Prüfverfahren UN-N.5 "Stoffe, die in Berührung mit Wasser entzündbare Gase entwickeln". Die interessierten Laboratorien können sich zu den aktuellen und zukünftig geplanten Ringversuchen auf der BAM-Hompage (Ringversuche) bzw. in dem Ringversuchs-Informationssystem EPTIS informieren und hier auch ihr Interesse an einer Teilnahme mitteilen.

Auskünfte:
Dr. Peter Lüth
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
Fachgruppe II.2 "Reaktionsfähige Stoffe und Stoffsysteme"
Arbeitsgruppe "Bewertung von Gefahrgütern/-stoffen"
Unter den Eichen 87, D-12205 Berlin Telefon: +49 (0)30 8104-1201, Telefax: +49 (0)30 8104-1227 E-mail:
www.bam.de

Quelle: BAM-Pressemitteilung Nr. 11/2006
Schadstoffregister beim BMU

Bundeskabinett beschließt Schadstoffregister

Das Bundeskabinett hat heute auf Vorschlag von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel die Entwürfe für ein Regelungspaket zur Einführung eines Schadstoffregisters nach dem so genannten PRTR-Protokoll beschlossen.
Beschlossen wurden die Entwürfe für ein Vertragsgesetz, ein Aus- und Durchführungsgesetz sowie die Änderung der Verordnung über Emissionserklärungen und Emissionsberichte, die sogenannte 11. BImSchV. Das PRTR-Protokoll sieht die Einrichtung eines nationalen Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregisters vor und baut auf einer bereits bestehenden europäischen Regelung auf.
Die Bundesrepublik Deutschland hat im Mai 2003 das Protokoll über Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister - englisch "Pollutant Release and Transfer Register" kurz PRTR-Protokoll - unterzeichnet. Das einzurichtende Register soll Informationen über die Freisetzung von Schadstoffen in Luft, Wasser und Boden sowie über die Verbringung von Abfällen und Schadstoffen außerhalb der Betriebe enthalten. Bürgerinnen und Bürger sollen sich einfach und schnell informieren können. Deshalb wird das Register von der Öffentlichkeit über das Internet eingesehen werden können. Es soll die Grundlage für einen Dialog zwischen Öffentlichkeit und Betreibern schaffen. Die durch das Register geschaffene Transparenz soll letztlich dazu beitragen, dass Betreiber ihre Umweltbelastung verringern und ihre Ressourcennutzung optimieren.
Auch die Europäische Gemeinschaft ist Vertragspartnerin des PRTR-Protokolls. Deshalb wurde von der EU eine Verordnung (EG Nr. 166/2006) erlassen, in der die Errichtung eines europäischen Registers geregelt ist. Die Umsetzung der europäischen Vorgaben in nationales Recht wird ebenfalls in dem Gesetzespaket geregelt. Das neue Register baut auf dem bereits bestehenden europäischen Schadstoffemissionsregister (EPER) auf. Denn dieses ist in Inhalt und Funktionsweise Vorbild für das PRTR. Hinzu kommen vor allem Informationen über die Verbringung von Abfällen. Mit dem europäischen PRTR wird auch Transparenz hinsichtlich der Anwendung europäischen Umweltrechtes in den Mitgliedstaaten geschaffen.
Die Zustimmung des Bundesrates zu dem Regelungspaket ist erforderlich.
Weitere Informationen im Internet unter
www.bmu.de

Quelle: BMU-Pressedienst Nr 193/06
Gefahrgutstammtisch Dresden zu Gast bei der Pirnaer Feuerwehr
Bericht von unserem Vorstandsmitglied Dr. Monika Kaßmann

Der Landkreis Sächsische Schweiz grenzt auf einer Strecke von 78 Kilometern Länge an das Territorium der Tschechischen Republik. Dazu zählt eine Wasserstraße, die Elbe, die internationale Bahnlinie Dresden-Prag und seit kurzem die Bundesautobahn A17, die noch im Jahr 2006 grenzüberschreitend befahrbar sein wird.
Unfälle mit Gefahrgut sind demzufolge nicht auszuschließen. Um ein gemeinsames Handeln mit den zuständigen tschechischen Einsatzkräften und eine dem Stand der Technik entsprechende Ausrüstung zu gewährleisten, beantragte die Große Kreisstadt Pirna ein Gemeinschaftsprojekt zur Finanzierung der Anschaffung eines Gerätewagens Gefahrgut (GW-G2) für die Pirnaer Feuerwahr und der Ausbildung an dieser neuen Technik. Das Projekt wurde genehmigt und mit Landes- sowie EU- Mitteln realisiert. Voraussetzung für die Stationierung der umfangreichen ABC-Technik am Standort Pirna war eine rund um die Uhr besetzte Hauptwache sowie ein entsprechend hoher Ausbildungsstand der Feuerwehrleute. Um das zu erreichen, wurde eine spezielle ABC-Einheit aus sechs freiwilligen Abteilungen der Feuerwehr der Kreisstadt und der sechs Autobahnanliegergemeinden sowie der tschechischen Nachbarregion Usti nad Labem an der Landesfeuerwehrschule ausgebildet, damit im Ernstfall die Einsatzkräfte die teure und nicht ganz unkomplizierte Technik zur ABC-Gefahrenabwehr beherrschen. Dazu wurde mit dem Direktor des Feuerwehrrettungskorps Usti nad Labem ein gemeinsames Ausbildungsprogramm vereinbart. Eine im tschechischen Nachbarlandkreis absolvierte Übung, zu der Kameraden aus Pirna unerwartet einbezogen wurden, bewies, dass es trotz bestehender Sprachbarrieren, aber mit einer soliden Fachausbildung möglich ist, derartige Einsätze erfolgreich durchzuführen.
Die Erläuterung des grenzüberschreitenden Einsatzkonzeptes und die Vorführung der modernen Technik zur Gefahrenabwehr, die von Kreisbrandmeister Carsten Neumann und von Zugführer Udo Müller vorgenommen wurden, waren auch Gegenstand eines Besuches der Teilnehmer des Dresdner Gefahrgutstammtisches der WGGT sowie der vom 28. bis 30.09.2006 in Dresden veranstalteten Feuerwehr-Fachmesse "Florian". Höhepunkt war dort die Einsatzübung deutscher und tschechischer Feuerwehren, zu der eine Delegation tschechischer Kameraden aus Usti nad Labem und Decin angereist war. Gefahrenabwehr sowie einzelne Messaufgaben wurden von deutschen Kräften und die Dekontamination von tschechischen Kameraden vorgeführt. Das koordinierte, fachgerechte Auftreten beider Seiten bei dieser Übung überzeugte die interessierten Beobachter davon, dass wieder ein Mehr an Sicherheit erreicht wurde.
Nachlese FachPack 2006 - Teil Gefahrgut
Bericht von unserem Vorstandsmitglied Dr. Monika Kaßmann

Spezielle Verpackungslösungen wurden für gefährliche Güter angeboten, denn an Gefahrgutverpackungen müssen besondere Schutzanforderungen gestellt werden, um etwa im Falle eines Schadens eine Gefährdung der Umwelt oder der beteiligten Personen auszuschließen. Dementsprechend werden je nach Klassifizierung des Gefahrguts die Verpackungseinheiten vorher geprüft, und zwar immer als Ganzes mit Einzel-, Transportverpackung, Polstermaterial und Verschlussmittel. Nach erfolgreicher Prüfung erhält die Verpackungseinheit dann ein Prüfzertifikat, das auf der Messe auch von jedem Hersteller entsprechend dokumentiert wurde.
Besonders großen Umfang haben Verpackungen aus Voll- und Wellpappe, die wegen ihrer ausgezeichneten Dämm-Wirkung als effektiver Transportschutz für gefährliche Güter in Primärverpackungen aus anderen Materialien -wie Metalldosen, Glasflaschen oder Kunststoffkanister -dienen. Neben den üblichen Schachtelarten in großer Sortenvielfalt, die eine Zulassung für alle Verkehrsträger haben, boten sowohl Smurfit Kappa Deutschland (www.smurfitkappa.de) als auch Wellpappe Ansbach (www.duropack.de) eine vollständig überarbeitete Variante der FireSafe-Verpackungen an. Die neuen Verpackungen mit Inneneinrichtung zum Transport von Airbagmodulen sind leichter als die bisherigen und haben ein deutlich verbessertes Preis-Leistungsverhältnis. Den vorgeschriebenen Bonfiretest haben die neuen Varianten bestanden. Bei diesem Test muss nachgewiesen werden, dass beim Abbrennen des Airbags die Teile nicht weiter als vier Meter gestreut werden. Falls die Transportverpackung die Streuwirkung nicht entsprechend eingrenzt, gehören die Airbags als explosive Stoffe der Gefahrgutklasse 1 an, für die gravierende Transportbeschränkungen gelten. Mit bestandenem Test wird dieses Produkt dagegen in die Gefahrgutklasse 9 ("Verschiedene gefährliche Güter") eingeordnet und darf zum Beispiel in Passagierflugzeugen transportiert werden. Die geeignete Gefahrgutverpackung verhindert also eine Einschränkung durch besondere Transportvorschriften und senkt damit die Transportkosten erheblich. (Foto unten rechts: Ansbach)
Auch bei anderen Verpackungsmaterialarten hatten die etablierten Gefahrgutverpackungshersteller ihre Produktpalette vervollkommnet und erweitert. So stellte die Zarges GmbH & Co.KG Weilheim statt der bisher 12 nunmehr 25 Größen von Aluminiumboxen vor, die auch mit Schaumstoffpolsterung lieferbar sind. (www.zarges.de) Ganz spezielle Ausführungen an Gefahrgutverpackungen aus Metall zeigte Huber-Verpackungen. Neben Rundgefäßen (Flaschen, Kannen, Eimer, Hobbocks) sind auch Trichter- und Flachflaschen und -kannen, teilweise mit viereckiger Grundfläche, erhältlich. Als Ergänzung zum bewährten Sortiment hat Huber nunmehr auch Hobbocks bzw. Eimer in verstärkter Ausführung entwickelt. Die Gebinde für 12 bis 30 Liter umfassen vier neue UN Zulassungen für flüssige Füllgüter mit einer Dichte bis zu 2,7 g/cm³ und sind für besonders hohe Anforderungen geeignet. Ebenfalls vorgestellt wurde der neue Kombiautomat, der Eimer und Hobbocks von 6 bis 30 Liter in den Gebindedurchmessern 230, 280 und 328 mm mit ein und demselben Expandierkopf rationell und sicher verschließt. Bisher wurden 23 derartige Anlagen in vier Länder geliefert. (www.huber-verpackungen.de)
Ein ähnliches Konzept verfolgt die Muhr & Söhne GmbH Attendorn mit der Verpackungs-Systembaureihe "Multi Muhr", die Eimer, Hobbocks, Kannen, Dosen und Fässer aus Weiß- und Schwarzblech für feste und flüssige Gefahrgüter umfasst. Die Verpackungen werden mit dem patentierten Verschließsystem "Muhrlock" auf einer Verschließmaschine verschlossen. Für alle Größen kann ein einziger Maschinentyp genutzt werden, von dem bereits 92 Stück auf dem Markt sind. (www.muhr-soehne.de)
Die Bito-Lagertechnik Meisenheim hatte neben ihrem breiten Angebot an Lagerausrüstungen und Mehrwegbehältern, die auch für gefährliche Stoffe zugelassen sind, gemeinsam mit dem Unternehmen Absolute Cold für Produkte, die auf dem Transportweg keinen großen Temperaturschwankungen und/oder mechanischen Belastungen ausgesetzt werden dürfen, eine Mehrweg-Transportverpackung entwickelt, die diese Forderungen erfüllen kann. Die Verpackung mit der Bezeichnung BITO Thermo MB ist eine Kombination eines leicht zu reinigenden, recycelbaren Kunststoffes mit einem Isolations- und Dämpfungsinlay, das sowohl für konstante Temperaturbedingungen im Inneren als auch für die Absorption von Stößen und Schwingungen sorgen kann. Die Verpackung mit Inlay lässt sich im Kühlraum oder mittels Kühlakkus auf einen Temperaturbereich von 2 bis 18°C einstellen, wobei diese passive Kühlung über 24 Stunden aufrechterhalten werden kann. Für den Gefahrgutbereich erfolgte eine Einstufung der Verpackung gemäß Verpackungsanweisung P650 der ADR/RID-Vorschriften. (www.bito.de) Das besondere Highlight der Firma Müller & Bauer, Metzingen war die Aufreißdeckeldose mit nach außen geweitetem Stufenrand für feste und flüssige Gefahrstoffe des Volumenbereiches von 250 bis 4000 ml. Außerdem wurden vor allem Flachflaschen und Trichterflaschen in unterschiedlichen Durchmessern als Gefahrgutverpackungen angeboten. (www.mueller-bauer.de)
Die Collico Verpackungslogistik und Service GmbH Duisburg hatte eine Serie Sperrholzkisten mit der Bezeichnung Plibox "Die Stabile" neu im Sortiment, von denen elf Größen in unterschiedlichen Abmessungen mit einer Tragkraft von 15 bis 750 kg neben dem IPPC-Stempel auch die Gefahrgutzulassung erhalten haben (Foto unten links). Ab der Tragkraft von 200 kg sind die Kisten mit unterfahrbarem Boden versehen. Aufgrund des geringeren Eigengewichts ist bei Verwendung der Sperrholzverpackungen mit Frachtkosteneinsparungen gegenüber Vollholz von ca. 50 Prozent zu rechnen. Außerdem wartete Collico mit einer erweiterten Palette an Verpackungszubehör auf. (www.collico.de)
Sperrholzfaltkisten, die ebenfalls noch im Jahr 2006 die Gefahrgutzulassung erhalten werden, stellte auch die K. Grote GmbH Gelsenkirchen im Verbund mit Savopak Oy, dem größten finnischen Hersteller von Holzverpackungen, aus. (www.k-grote-gmbh.de)
CurTec Deutschland ist ein bewährter Hersteller von Kunststoffverpackungen sowohl für Lebensmittel als auch für chemisch-technische Produkte. Er bot neben UN-zertifizierten Fässern für feste und pastöse Stoffe auch leitfähige Fässer mit den Volumina 6, 26 und 75 Liter an sowie Kunststoffbehältnisse für 20 und 30 Liter Inhalt mit Weithalsöffnung für feste Gefahrgüter. (www.curtec.com)
AST Kunststoffverarbeitung Erndtebrück stellte PE-Kanister der Volumina 5 bis 60 Liter mit UN-Zulassung und kindersicherem Verschluss vor. (www.ast-kunststoffkanister.de)
Eine Platz sparende, viereckige Alternative zu Trommeln aus Vollpappe hat Carre' Karton aus den Niederlanden entwickelt: Die wiederverwendbare, äußerst stabile, feuchtigkeitsbeständige und leicht zu recycelnde Vollpappverpackung mit Gefahrgutzulassung für 30 bis 150 Liter Inhalt wird aus 7-lagiger Vollpappe gefertigt und mit einem Stülpdeckel verschlossen.(www.carrekarton.nl)
Chemie ganz nah
Bericht von einer Exkursion zum BASF-Standort Schwarzheide
von unserem Vorstandsmitglied Dr. Monika Kaßmann

In der Lausitz, umgeben von Kiefernwäldern und Seen, liegt der BASF-Standort Schwarzheide. Hier trafen sich in diesem Frühjahr WGGT-Stammtischteilnehmer und Gäste zu einer Rundfahrt über das 230 Hektar große Gelände mit Zwischenstopp beim Chemielogistikzentrum der Alfred Talke GmbH, dem jüngsten der bisher dreizehn Fremdansiedler auf dem BASF-Gelände.
Im Jahr 2005 feierte Schwarzheide bereits 70 Jahre Chemiegeschichte, davon 15 Jahre als hundertprozentige Tochter der BASF. Begonnen wurde 1935 mit der Benzinproduktion, erst 30 Jahre später wurden auch weitere Chemieprodukte hergestellt. Bereits zu dieser Zeit lag der Schwerpunkt der Produktion - aber auch von Forschung und Entwicklung - bei den Polyurethanen, so dass sich Schwarzheide inzwischen zum Kompetenzzentrum aller europäischen BASF-Standorte für die Polyurethan-Grundproduktforschung entwickeln konnte.

Die Besucher wurden von Maren Grade, Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit, empfangen und unter ihrer sachkundigen Führung durch 12 Kilometer Rohrbrücken und Straßen gefahren, überquerten Bahngleise, die auch eine Gesamtlänge von 20 Kilometern aufweisen, und erfuhren, dass rund 2.000 Mitarbeiter die 20 modernen Anlagen betreuen. Die Produktpalette, die hier erzeugt wird, reicht von Pflanzenschutzmitteln, Wasserbasislacken, Schaumstoffen bis zu einer Reihe weiterer hoch veredelter Chemikalien und umfasst ca. 650.000 Tonnen Verkaufsprodukte im Jahr. Dabei gehört es zum Hauptanliegen der BASF, innovative, wettbewerbsfähige Erzeugnisse umweltverträglich und zugleich ressourcenschonend herzustellen. Die produktspezifische Umweltbelastung wird ständig kontrolliert und verringert. Anfallende Schadstoffe dürfen weder Boden, Wasser noch Luft belasten und werden am Ende sachgerecht entsorgt.

Diesem Anliegen müssen auch die Ansiedler gerecht werden, die außerdem nach Möglichkeit die Wertschöpfungskette am Standort verlängern sollten. Dafür profitieren sie von einem qualifizierten Mitarbeiterpotenzial am Ort, hohen Sicherheitsstandards und einem umfangreichen Serviceangebot, das bei der Versorgung, der Werksfeuerwehr und dem Werksmedizinischen Dienst der BASF beginnt, die moderne Infrastruktur einschließt und mit der Entsorgung, zu der auch die höchsten Anforderungen gerecht werdende Zentrale Abwasserreinigungsanlage zählt, endet.

Das waren vor allem Gründe für die Alfred Talke GmbH, einem renommierter Anbieter für Logistikdienstleistungen mit Sitz in Hürth bei Köln und 13 Niederlassungen in Europa, hier etwa fünf Millionen Euro zu investieren. Im Juli 2005 wurde nach nur acht Monaten Bauzeit das Chemielogistikzentrum in Betrieb genommen. Dessen Managing Director Joachim Nitzsche führte die Gruppe durch das Logistikzentrum. Dabei erläuterte er, dass in einem Lager für Wasserbasislacke und fünf Lagerhallen für brennbare Stoffe bis zu 9.900 Tonnen an Rohstoffen für die Produktion sowie Fertigprodukte umgeschlagen und gelagert werden können. Weiterhin wurde ein Bürogebäude errichtet, in dem auch - wenn nötig - Produktmuster gezogen werden, denn als "verlängerter Arm" der Produktion wird vom Logistikzentrum die komplette Disposition übernommen.

Die fast 10.000 Quadratmeter umfassende Lagerfläche ist sicherheitstechnisch auf dem neuesten Stand: die Böden sind für die Wassergefährdungsklasse 3 ausgelegt.Brandmeldeanlagen sorgen dafür, dass im Notfall die BASF-Werksfeuerwehr alarmiert wird. Diese ist binnen drei Minuten vor Ort, wo inzwischen Löschwasserrückhaltebarrieren heruntergeklappt sind. Die Halle für brennbare Flüssigkeiten ist nach der entsprechenden Verordnung VbF mit einer Umluftanlage ausgerüstet, die ständig für Luftzirkulation sorgt. An der Decke sind außerdem Gaswarndetektoren angebracht. Die Halle für die temperaturgeführten Güter ist klimatisiert. Hier herrschen 20°C. Um diese Temperatur zu halten, schließen die Schnelllauftore innerhalb von 1,5 Sekunden.

Auch das Lagerverwaltungssystem, das Talke speziell für das Logistikzentrum angeschafft hat, ist vollständig automatisiert. Es basiert auf SAP LES (Logistics Execution System), das mit Barcode-Etiketten arbeitet. Auf RFID wurde wegen der immer noch zu hohen Kosten der Transponder verzichtet. Das LES, das mittels W-LAN transformiert wird, ermöglicht eine enge Supply Chain Collaboration mit dem Partner BASF.
100. Dresdner Gefahrgutstammtisch am 8. März 2006
Bericht von unserem Vorstandsmitglied Dr. Monika Kaßmann

Der Dresdner Gefahrgutstammtisch wurde 1991 von der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Gefahrguttransport e.V. (WGGT) ins Leben gerufen und konnte im März 2006 auf 15 Jahre öffentlichkeitswirksame Arbeit mit 100 Zusammenkünften zurückblicken.
Der besondere Charakter dieser Stammtischveranstaltungen besteht vor allem darin, dass interessierte Fachleute aus der Wirtschaft und von Schulungsunternehmen, aus wissenschaftlichen Einrichtungen, von Kontroll- und Überwachungsbehörden und andere Interessierte zwanglos und ohne Voranmeldung in einer Diskussionsrunde zusammenkommen, wo zu einem vorbereiteten Hauptthema, das allen potentiellen Teilnehmern vorher zur Kenntnis gegeben wird, Detailfragen besprochen werden können und durchaus auch kontroverse Meinungen zur Sprache kommen. Häufig ist es gelungen, theoretische und praktische Probleme der Gefahrgutbeförderung zu lösen oder Aufgaben abzuleiten, die an die Zuständigen weitergeleitet wurden.
Die Runde besteht im allgemeinen aus 15 bis 20 Teilnehmern, so dass ein reger Meinungsaustausch gewährleistet ist. Neue Mitglieder sind stets willkommen und werden schnell in den Kreis integriert.
Das spiegelte auch der Jubiläumsstammtisch wider, zu dem neben den WGGT-Mitgliedern und ständigen Stammtischteilnehmern auch Vertreter von Fachverlagen eingeladen waren. Nach einem Rückblick auf wichtige Etappen der letzten Jahre, den der WGGT-Vorsitzende, Gert Wreßnig, vornahm, kamen auch Vertreter von BAG und Polizei zu Wort, die in der Vergangenheit die Zusammenkünfte als Zuhörer und auch als Referenten bereicherten.
Einige Stammtische führten die Teilnehmer vor Ort in die Praxis, zu Verkehrsträgern wie der Deutschen Bahn, der Binnenschifffahrt mit den Häfen in Dresden und Riesa, zum Flughafen Dresden oder zur Besichtigung der Gefahrgutlager von Infineon Dresden, dem Mineralöltanklager Dresden und Talke Logistik Schwarzheide, zu Packmittelherstellern, Prüfinstituten sowie Sammel-, Recycling- und Verwertungsstellen sowie zu Ausbildern wie der Sprengschule Dresden.
Auch in Zukunft werden die Veranstalter die Bedürfnisse und Interessenschwerpunkte ihrer Teilnehmerschaft im Blick haben, wenn sie so engagiert wie bisher ihre Stammtischzusammenkünfte planen. Ein schöner Erfolg wäre es, wenn damit ein wenig zur Sicherheit der Gefahrgutbeförderung beigetragen werden kann.
Exkursion von WGGT- und BDVI-Mitgliedern nach Darmstadt
Bericht vom Gefahrgutstammtisch der WGGT
von unserem Vorstandsmitglied Dr. Monika Kaßmann

Am 28. und 29.09.05 fand eine Exkursion nach Darmstadt statt, zu der vom Veranstalter BDVI (Bund der Verpackungsingenieure) auch Interessenten der WGGT eingeladen wurden.
Nach der individuellen Anreise der Gäste stand am 28.09.05 die Besichtigung des Verpackungsprüflabors von DHL (ehemals Deutsche Post) sowie eine ausführliche Diskussion der Versandvorschriften und der vorgesehenen Verpackungen mit dem Schwerpunkt Gefahrgutversand auf dem Plan. Das Labor ist mit Prüfeinrichtungen zur Simulierung klimatischer und mechanischer Belastungen, die auf dem Transportweg auftreten können, ausgerüstet. Der Klimaschrank, der ganze Palettenladungen aufnehmen kann, ist sowohl für die Einstellung extrem hoher als auch sehr niedriger Temperaturen geeignet. Von den mechanischen Belastungen können vor allem die in den entsprechenden Prüfnormen vorgeschriebenen Stoßbelastungen in Form des Aufpralls der Packungen aus unterschiedlichen Höhen und auch Vibrationsbeanspruchungen auf einem sogenannten Schwingtisch nachgebildet werden. Das Labor ist zwar nicht als Gefahrgutprüflabor zertifiziert, aber es führt die erforderlichen Tests für die Verpackungen durch, die speziell für den Postversand zugelassenen sind. Als besonders interessanten Abschluss dieses Tages hatten die Gastgeber von DHL eine Besichtigung des 30 km entfernten Paketverteilzentrums organisiert, in dem die Beanspruchungen, denen die Packungen dort ausgesetzt sind, die Notwendigkeit der Labortests deutlich machen konnten. Auch der am nächsten Tag dem nahegelegenen Prüflabor des Verbandes der Wellpappenhersteller (vdw) abgestattete Besuch brachte interessante Erkenntnisse über die Beanspruchbarkeit des Werkstoffs Wellpappe, der das für Transportverpackungen am meisten eingesetzte Material ist. Neben Tests zur Überprüfung der Feuchtebeständigkeit der Pappe, ihrer Zusammensetzung und Verarbeitungseigenschaften werden in diesem Labor als Dienstleistung für die Wellpappenhersteller selbst, aber auch für deren Kunden Prüfungen bei unterschiedlichen Klimabedingungen sowie Falltests, Rüttel- und Stauchdruckprüfungen, Durchstoß- und Berstfestigkeitsprüfungen durchgeführt. Ein besonders strenges Prüfregime ist für Wellpappverpackungen vorgesehen, die zum Versand von Gefahrgut eingesetzt werden. Als Fazit der Exkursion setzte sich wieder einmal die Erkenntnis durch, dass der sichere Gefahrguttransport von Stückgut und eine "auf Herz und Nieren" geprüfte, sorgfältig hergestellte Verpackung untrennbar miteinander verbunden sind.
Bilder vom Verpackungsprüflabor der DHL (Fotos: M. Kaßmann)